Tainted Grail

ArtikelNr.: 11-0686

Für Kinder unter 6 Jahren nicht erlaubt
Achtung: Für Kinder unter 36 Monaten nicht geeignet. Erstickungsgefahr!
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Tainted Grail ist ein Überlebens- und Erkundungsspiel, welches die Artussage und die keltische Mythologie zu einer einzigartigen, düsteren Vision verbindet. Die Spieler kontrollieren einen von vier ungewöhnlichen Charakteren, die mit unvorstellbaren Widrigkeiten konfrontiert werden, bei denen stärkere und weisere Helden versagt haben. Verfolgt von der überwältigenden Kraft der Wyrdnis machen sie sich daran, Avalon vor dem Untergang zu bewahren.

Bei Tainted Grail wählt jeder Spieler einen der vier einzigartigen Charaktere, von denen jeder andere Startvoraussetzungen und Fähigkeiten besitzt. Als Gruppe und auch auf eigene Faust bereisen sie Avalon. Sie interagieren mit Bewohnern, erkunden geheimnisvolle Orte, sammeln Nahrung und Kämpfen gegen zahlreiche Feinde. Bei den Kämpfen und Diplomatie-Begegnungen kommt eine innovative Kartenmechanik zum Einsatz. Immer wieder lesen die Spieler Abschnitte aus dem Buch der Entdeckungen und treffen Entscheidungen, die das Spielgeschehen beeinflussen. Dabei kann es manchmal wichtig sein, welcher Charakter in diesem Moment dabei ist.



Spielmaterial:

    771 Karten
    131 Marker
    30 Speicherblätter
    10 Plastikscheiben
    8 Figuren
    4 Briefe
    4 Landkarten
    4 Tableaus
    2 Würfel
    1 Buch der Entdeckungen
    1 Schnellstartanleitung
    1 Spielanleitung
Merkmal:
34,99 €

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4.5 von 5 Sternen

Charakteristik

Glück
4 / 5
Strategie
3 / 5
Gestaltung
4 / 5
Suchtfaktor
4 / 5
Ein Storymeisterwerk mit Tücken.
WAS IST TAINTED GRAIL?
Tainted Grail ist ein storylastiges Abenteuerspiel in einer düsteren Fantasywelt. Mit 1 – 4 Spielern erlebt man eine überwiegend spannend erzählte, wendungsreiche Geschichte, die sich grob an der König Arthur Legende orientiert. Es wird eine große Kampagne erzählt, die in einzelne Kapitel unterteilt ist. Das Spiel ist darauf ausgelegt, die Kapitel in chronologischer Reihenfolge zu spielen. Für die meisten Kapitel gibt es mehrere Lösungswege, was für einen gewissen Wiederspielwert sorgt. Zuviel sollte man hier allerdings nicht erwarten. Man wird doch immer wieder auf wesentliche Handlungsstränge zurückgeführt, und erlebt beim zweiten Durchlauf keine grundlegend andere Geschichte.

WIE FUNKTIONIERT TAINTED GRAIL?
Das Spiel basiert auf 4 Gameplay-Säulen, die je nach Spielstil und Kampagnenfortschritt unterschiedlich viel Spielzeit einnehmen.
1. Erkundung: Erkunden der Welt ist die wichtigste Mechanik im Spiel, durch Erkundung werden die Story vorangetrieben und neue Handlungsoptionen erschlossen.
2. Ressourcenmanagement: Es gibt im Spiel verschiedene Ressourcen, die überwiegend durch Erledigen von Aufgaben, die man überall in der Welt von Tainted Grail findet, gesammelt werden können. Die Ressourcen werden zum Überleben, Kämpfen und für die Interaktion mit der Welt und Ihren Bewohnern benötigt.
3. Charakterentwicklung: Die Entwicklung des eigenen Charakters und die Ausgestaltung seiner Rolle in der Party sind maßgeblich für den Erfolg in der Kampagne verantwortlich und nehmen daher einen hohen Stellenwert im Spielverlauf ein.
4. Kampf- & Diplomatie-Begegnungen: Begegnungen nehmen einen sehr großen Teil der Spielzeit ein. Den Kampf und Diplomatie-Begegnungen liegt ein Deckbuilding-Kartenspielsystem zu Grunde. Das für sich genommen durchaus spaßig ist. Es geht dabei darum Karten aus einem vorbereiteten Deck zu ziehen (Jeder Spieler verfügt über ein Kampf- und ein Diplomatie-Deck) und diese dann nach bestimmten Regeln aneinander anzulegen, um ihre Effekte auszuspielen.

MACHT DAS SPASS?
Die einfache Antwort darauf ist ja, aber…! Ich habe das Spiel mittlerweile 2x durchgespielt (1x solo und 1x mit 2 Spielern).

Die Kampagne ist durchaus spannend, bietet vergleichsweise viel Handlungsfreiheit und zieht den Spieler in ihren besten Momenten tief in die verdrehte Welt von Tainted Grail hinein. Die insbesondere zu Beginn spürbare Handlungsfreiheit ist jedoch in doppelter Hinsicht trügerisch. Das Spiel stellt einen schon bald vor die Wahl, 2 mehr oder weniger vorbreiteten Handlungssträngen zu folgen oder komplett auf eigene Faust loszuziehen. Diese Freiheit verblüfft zunächst, wird jedoch im Verlauf der Kampagne sukzessive entzaubert. Zum einen kann man sich beim völlig freien Erkunden leicht verzetteln, wertvolle Zeit verlieren und sich in Folge dessen das Leben bzw. Spiel unnötig schwer machen. Zum anderen werden auch freiheitsliebende Naturen vom Spiel früher oder später wieder eingefangen und auf die vorbereiteten Handlungsstränge zurückgeführt.

Das Ressourcenmanagement geht mit leichten Survival-Mechaniken einher. Dies ist besonders zu Beginn der Kampagne eine (angenehme?) Herausforderung, wird aber durch geschicktes Aufwerten der Charaktere im Spielverlauf leichter und kann im letzten Drittel gelegentlich sogar lästig werden.

Die Charakterentwicklung erschien mir grundsätzlich gelungen. Sie bietet zahlreiche Optionen und ist anspruchsvoll genug, um nicht im späteren Verlauf uninteressant zu werden. Sie bietet zudem durchaus das Potential zu Fehlern, die sich dann schmerzlich auf den Schwierigkeitsgrad auswirken können.

Das Kampf und Diplomatie-System ist tatsächlich der m.E. problematischste Teil des Spiels. Dabei ist es noch nicht einmal so, dass das Ausspielen der Begegnungen mit ihren jeweiligen Kartendecks für sich genommen nicht spaßig wäre. Es zahlt nur leider sehr wenig auf das übrige Spiel ein und wirkt daher irgendwie aufgesetzt.

Zwar repräsentiert jede Karte immer auch eine Fähigkeit, diese ist aber auf Grund der Funktionsweise des Begegnungssystems fast egal, da man mehr damit beschäftigt ist, seine Karten ähnlich eines komplexen Domino-Spiels aneinander zulegen. Es fühlt sich letztlich nicht so an als würde man hier einen Charakter spielen, der Fähigkeiten einsetzt, sondern eher wie eine coole Variante von Solitär. Wenn einem diese Kartenpuzzles Spaß machen, ist das zunächst nicht sonderlich problematisch. Allerdings gilt es wenn mit mehreren Personen gespielt wird zu Bedenken, dass zwar mehrere Spieler an einer Begegnung spielen können, dies aber keines Wegs der Regelfall ist. Und so gut wie nie werden alle Spieler einer Party eine Begegnung gemeinsam spielen. Daher entstehen so für einzelne Spieler immer wieder längere Downtimes, in denen Ihnen nichts anderes übrigbleibt, als einem oder mehreren Mitspielern beim Kartenlegen zuzuschauen. Wenn man nun bedenkt, dass Begegnungen deutlich über 1/3 der Spielzeiteinnehmen, kann das bei Mehrspielerpartien durchaus problematisch sein. Hier gilt die Regel je mehr Spieler desto häufiger ist mit Downtimes zu rechnen.

WIE AUSBALANCIERT IST DAS SPIEL?
Der Schwiergkeitsgrad von Tainted Grail hängt von vielen Faktoren ab. Einige davon sind von Zufällen abhängig. Es besteht zum Beispiel eine kleine Wahrscheinlichkeit, dass man direkt zu Beginn mehrere Wächter (besonders mächtige Gegner) ins Spiel bekommt. In so einem Fall wird das Spiel direkt sehr viel schwerer. So früh im Spiel ist ein Kampf mit einem Wächter kaum zu gewinnen, daher bleibt einem keine andere Wahl, als den Wächtern aus dem Weg zu gehen. Wenn diese aber nun eine dringend benötigte Ressource blockieren, wird es kompliziert.

Grundsätzlich ist der Einstieg in das Spiel durchaus anspruchsvoll. Schwächliche Charaktere, harsche Survival-Mechaniken und ein ständiges Gefühl von zu wenig Zeit dominieren die ersten Kapitel der Kampagne. Im weiteren Verlauf verlieren einige dieser Mechanismen an Dominanz. Dafür werden die Begegnungen kniffliger. Dies ist aber nur eine tendenzielle Entwicklung, viel vom Schwierigkeitsgrad hängt davon ab welche Entscheidungen man trifft, und wie man seine Charaktere entwickelt. Mit einer geschickten Verteilung neuer Skills wird das Spiel beispielsweise deutlich leichter.

FÜR WEN IST TAINTED GRAIL EIN GUTES SPIEL?
Die größte Stärke des Spiels ist ganz klar seine Geschichte. Liebhaber spannender Fantasygeschichten, die sich nicht vor einer brettspielerischen Herausforderung zurückscheuen, kommen dabei voll auf ihre Kosten.

Zu bedenken ist auch, dass insbesondere im ersten Drittel des Spiels die Survival-Elemente sehr dominant sind. Das legt sich im weiteren Verlauf zwar spürbar, verschwindet aber nie vollständig. Wer also grundsätzliche Probleme mit solchen Mechaniken hat, sollte sich den Kauf gut überlegen.
Beim zweiten Durchgang kamen bei mir zum Ende der Kampagne leichte Ermüdungserscheinungen zum Vorschein. Das mag daran liegen, dass es wenn man mal vom der Option des Scheiterns absieht, keine grundlegend verschiedenen Enden der Kampagne gibt.

Ich hatte viel Spaß mit Tainted Grail und freue mich schon auf die 3 zusätzlichen Kampagnen, die vor ein paar Wochen bei mir eingetroffen sind. Ich werde die allerdings bevorzugt solo mit allen 4 Charakteren spielen. (Es ist kein Problem mehrere Charaktere parallel zu spielen) So vermeide ich den Downtimefrust, der bei mehreren Spieler gerne auftritt.

ZUM ABSCHLUSS NOCH EIN TIPP:
Es gibt zum Spiel eine Begleit-App, die man optional anstelle des enthaltenen Kampagnenbuchs nutzen kann. Das bietet mehrere Vorteile:
Zum einen spoilert man sich nicht so leicht. Bei Nutzung des Buches kommt es immer wieder vor, dass man im „Vorbeilesen“ Informationen bekommt, die man eigentlich noch nicht haben dürfte. Da in der App alle Einträge hinter Links versteckt sind, ist das Spoiler Potential hier deutlich niedriger.
Zum anderen bietet die App allen die ausreichend gut Englisch sprechen eine recht gute Erzählerin, die einem fast alle Texte aus dem Kampagnenbuch vorliest. Das ist insbesondere beim Spiel mit mehreren Spielern eine feine Sache, denn andernfalls gibt es sehr viel Text der von einem Mitspieler vorgelesen werden muss.
4 von 5

08.02.2021
Der heilige oder doch der verdorbene Gral der Brettspiele?
Erst mal die Kurzfassung.
Dieses Spiel ist für Dich, wenn:
- Du Spiele mit hohem Storyfokus magst.
- Du Spiele mit düsterem und toll ausgearbeitetem Thema magst.
- Du auf der Suche nach einem großen 1 oder 2 Spieler Abenteuer bist (ich kann mir das Spiel beim besten Willen nicht mit mehr Leuten vorstellen).
- Du gerne eine Welt erforschst.
- Du Spiele schon allein aufgrund des Aussehens lieben kannst.
Dieses Spiel ist nicht für Dich, wenn:
- Du nach einem spielmechanischen und strategischen Feuerwerk suchst.
- Du nicht gern Ressourcen suchst und sammelst.
- Du Story höchsten als schöne Spielbegleitung aber nicht als Hauptfokus magst.
- Du keine Spiele magst, die Dich längere Zeit binden.
- Du ein Spiel für die Familie suchst (Ich persönlich kann mich dem angegebenen Mindestalter von 14 Jahren nur anschließen).
Jetzt die Langfassung.
Kürzlich habe ich die vollständige Kampagne von Tainted Grail innerhalb von etwas mehr als 2 Wochen gespielt. Allein diese Tatsache und die gut 30 Stunden Spielzeit sollten Zeichen genug dafür sein, was ich von diesem Spiel halte... Ich Liebe es… aber wirklich als Spiel? Oder vielmehr als eine großartig erzählte Geschichte?
Die Story von Tainted Grail ist herausragend. Noch nie habe ich im Brettspielumfeld eine derartig gute und vor Allem gut geschriebene Geschichte erlebt. Da könnten sich so manche Fantasyautoren eine ordentliche Scheibe abschneiden. Die Geschichte bannt einen geradezu an den Tisch und man mag kaum aufhören, weil man wissen will, wie es weiter geht. Dass das „wie es weiter geht“, dann auch noch stark von den eigenen Entscheidungen und Erlebnissen in der bisherigen Story abhängt, macht es umso spannender. Ich glaube definitiv, dass ich diese Kampagne sofort nochmal spielen könnte und diese dann doch sehr unterschiedlich abläuft. Dieses Spiel lebt von dieser Storytiefe und Entscheidungsfreiheit und enttäuscht diesbezüglich kein bisschen.
Ein weiterer Aspekt, der mich an dem Spiel fasziniert, ist die Erforschung der Insel Avalon. Gerade zu Beginn ist jeder Ort eine neue Geschichte, neue Charaktere, neue Aufgaben und neue Möglichkeiten. Es macht einfach Spaß von Ort zu Ort zu gehen und überall auf etwas anderes zu stoßen und herauszufinden wie die Geschichten einzelner Orte zusammenhängen.
Die Mechanismen für Kampf und Diplomatie sind ein frischer Wind in die Spielewelt. Zumindest ich habe einen solchen Mix aus Deckbuilding und Ausspielen von Kombos in dieser Art noch nicht gesehen.
Und trotz dieser tollen Aspekte von Tainted Grail, zieht dieses Spiel auch Schatten, welche mich in meiner Bewertung geradezu verunsichern.
Der Aspekt der Erforschung ist zwar wie geschrieben, gerade Anfangs eine wunderbare Sache. Dass man aber in späteren Kapiteln mehr oder weniger immer wieder gezwungen ist, Bereiche von Avalon abzugrasen, welche man eben schon erforscht hat, führt eher zu einem weniger unterhaltsamen… ja, wie gesagt… abgrasen. Der Forschungsaspekt ist zu Nichte nachdem man den Großteil der Insel gesehen hat und nun geht man nur noch von A zu B zu C und wieder zurück zu A.
Die Tatsache, dass das Spiel eben eher eine gut erzählte, interaktive Geschichte ist, führt auch dazu, dass es nicht wirklich einen Spielfluss gibt. Ja natürlich, es gibt einen Storyfluss. Aber nach und nach kommt es einem vor, als würde man eher immer wieder Minispiele zwischen verschiedener Absätze eines Buchs spielen. Und der Anfangs interessante Kampf und Diplomatie Mechanismus wiederholt sich immer und immer wieder und wird dann leider, so interessant er auch ist, eher eine nervige Unterbrechung zwischen den Storyabschnitten.
Zu guter Letzt kommt dann noch der doch recht knackige Schwierigkeitsgrad, zumindest in dem Standard Spielmodus. Das Spiel sieht hier grundsätzlich eine Permadeath Regel vor, d. h. wenn man stirbt, dann stirbt man und muss die gesamte Kampagne von vorn spielen. Das habe ich natürlich nicht so gemacht. Ich habe irgendwann sogar auf den einfacheren Storymodus gewechselt und selbst dann habe ich mir das Leben manchmal durch ein paar Hausregeln zusätzlich vereinfacht. Ja… ist definitv ein Cheat. Aber ist ja auch mein Spiel und meine Zeit. 
Beispiel (muss man nicht lesen, aber bringt noch einen der Nachteile hervor)l:
Kurz zu einem weiteren Schwachpunkt des Spiels… Grinding. In diesem Spiel muss man Ressourcen über Ressourcen sammeln, damit man beispielsweise zu anderen Gebieten der Insel gelangt oder sich einfach nur ernährt. Man kann nämlich nur Gebiete bereisen, die zu einem sogenannten Menhir benachbart sind. Diese müssen erleuchtet (aktiviert) werden und erlöschen nach ein paar Runden wieder. Ist kein Menhir mehr erleuchtet, geht es zwar grundsätzlich weiter, aber der Tod ist dann nur noch eine Sache von Minuten d. h. bis dahin muss man mindestens einen weiteren Menhir erleuchten, um dem Tod zu entgehen und weitere Gebiete bereisen zu können. Und die Erleuchtung eines Menhirs kostet je nach Ort eine bestimmte Menge an Ressourcen. Und die Ressourcen gibt es halt nicht überall, sondern teilweise auch nur an bestimmten oder wenigen Orten.
So jetzt zu meinem Beispiel. Ich kam an einen Ort an dem ich einen Menhir aktivieren musste, um zu einem bestimmten anderen Ort zu kommen. Als ich die Kosten dafür gelesen habe, hat mir 1 Magie (eine der Ressourcen) gefehlt. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich neun verschiedene Orte aufgedeckt und auf keinem war Magie zu kriegen. Das hätte für mich jetzt bedeutet, dass ich erst einen anderen Menhir aktivieren müsste, um andere Orte zu entdecken auf denen es Magie gibt oder ich hätte das Glück haben müssen bei einer bestimmten Ortserkundung, Kampf, Diplomatie als Belohnung 1+ Magie zu erhalten. Meist kriegt man das aber auch nicht umsonst, sondern muss andere Ressourcen bezahlen, die man häufig auch nicht in Fülle hat und welche man evtl. ebenso für die Menhir Aktivierung benötigt… usw.
In diesem Moment habe ich entschieden, dass ich den Menhir jetzt einfach aktiviere und halt nur bezahle, was ich auch wirklich bezahlen konnte.
Dieser Teil des Spiels ist nach ein paar Kapiteln tatsächlich der nervigste von allen und wirkt manchmal eher wie das künstliche hinauszögern und verlängern der Kampagne, als wie ein spannender Spielmechanismus.
Außerdem will ich noch sagen, dass man dieses Spiel im Grunde nicht in klassische Spielsessions aufteilen kann. Es gibt zwar eine Einteilung der Geschichte in Kapitel. Aber im Grunde geht das Ende eines Kapitels so nahtlos in das Nächste über, dass man genauso gut mitten in einem Kapitel aufhören kann zu spielen. Das Spiel bietet hierfür eine recht simple Speichermöglichkeit. Des Weiteren sind die Kapitel sehr unterschiedlich lang. Ich hatte tatsächlich Spannweiten von 45 Minuten bis 5 Stunden, die ich in einem einzelnen Kapitel verbracht habe.
Was bleibt mir jetzt zu sagen über Tainted Grail.
Ich Liebe dieses Spiel für seine Story, sein Thema, seine Stimmung. Aber nicht für die Spielmechaniken. Ich würde sagen, es ist ein unglaublich gutes, interaktives Fantasybuch. Und als dieses einfach herausragend. Wäre die Story nicht so interessant gewesen, bezweifle ich, dass ich die Kampagne zu Ende gespielt hätte.
Trotzdem bleibt nach dem Ende der Kampagne die Wehmut. Die Dinge, die ich in den 30 Spielstunden auf Avalon erlebt habe, bleiben im Kopf. Ich bin den Spuren meines Meisters gefolgt, habe Kamelot besucht und das Schicksal einiger Ritter der Tafelrunde erfahren oder gar selbst besiegelt. Ich habe unglaubliche Monster bekämpft und mir Freunde, sowie Feinde gemacht. Eine tolle, spannende Erinnerung und so freue ich mich bereits auf die nächste Tainted Grail Kampagne.
Ich persönlich muss dem Spiel daher trotz Allen beschriebenen Negativpunkten, die volle Punktzahl geben und hoffe, dass ich Euch einen Einblick geben konnte, ob Tainted Grail auch etwas für Euch ist.
5 von 5

09.08.2020

Neu im Sortiment