Meduris - Der Ruf der Götter

ArtikelNr.: 113-0097

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Dem Ruf der Götter folgend machst du dich auf, um den Fuß des Berges Meduris zu besiedeln. Baue Hütten, bringe dem Druiden Opfergaben dar, sammle wertvolle Ruinensteine und errichte monumentale Tempel - nur so wird deine Gunst bei den Göttern ins Unermessliche steigen.



Spielmaterial:

    72 Güter
    40 Hütten
    10 Arbeiter
    9 Runensteine
    8 Tempel
    6 Bonus-Chips
    4 Punktezähler
    4 Sichtschirme
    4 x 100er Chips
    1 Druide
    1 Spielanleitung
    1 Würfel
    1 zweiseitiger Spielplan
Merkmal:

4.5 von 5 Sternen

Charakteristik

Glück
4 / 5
Strategie
5 / 5
Gestaltung
4 / 5
Suchtfaktor
3 / 5
Fordernde Familienspielüberraschung aus dem Hause Haba
„Meduris“ war für mich als Vielspieler eine echte Überraschung. Mit dem Haba-Verlag verbinde ich stets holzbestückte Kinderspiele und weniger taktisch ausgereifte Brettspiele. Dennoch kann man „Meduris“ definitiv eine taktische Tiefe und Planbarkeit zuschreiben, wodurch es sich zu einem gehobenen Familienspiel abhebt und in dieser Rolle überzeugen kann.
Ziel ist es seine eigenen Marker so zu platzieren, dass man die meisten Punkte bekommt. Es gibt auch gewisse Zonenboni, die durch Runensteine markiert werden. Mit jeder Aktion bewegt sich eine neutrale Druidenfigur herum, die Tribut von den Spielern fordert. Es kommt also darauf an seine Steine taktisch auf dem Feld zu platzieren und seine Gegenspieler durch geschicktes Ausspielen auszuhebeln. Am Ende gewinnt dann derjenige mit den meisten Siegpunkten.

Pro:
+ Haba-typisch gibt es schöne Holzfiguren
+ das keltische Design zieht sich durch fast alle Spielkomponenten
+ die Spielmechanik ist einfach zu erlernen, aber schwieriger zu meistern
+ geeignet für jüngere, sowie ältere Spieler
+ man kann dem Gegner aktiv Punkte „stehlen“...

Contra:
- ...dennoch ist die Interaktion zwischen Spielern kaum vorhanden
- man darf kein taktisches Schwergewicht erwarten
- es kann je nach Spielerverhalten eine längere Downtime entstehen

Fazit:
Mit „Meduris“ hat Haba es meiner Meinung nach endlich geschafft ein anspruchsvolleres Familienspiel zu kreieren. Die Spielmechanik spornt an, sodass man beim nächsten Durchlauf noch mehr Punkte ergattern möchte und das taktische Platzieren auf dem Spielfeld macht generell großen Spaß. Jedoch sollte man hier wirklich keine taktische Finesse mit hunderten Aktionsmöglichkeiten erwarten - es ist und bleibt im Kern ein Familienspiel; wenn auch ein sehr gutes, das sich selbst Vielspieler anschauen können.
4 von 5

25.06.2019
„MEDURIS“ – FAZIT
Review-Fazit zu „Meduris“, einem fordernd-taktischen Familienspiel.


[Infos]
für: 2-4 Spieler
ab: 10 Jahren
ca.-Spielzeit: 75min.
Autoren: Stefan Dorra und Ralf zur Linde
Illustration: Miguel Coimbra
Verlag: HABA
Anleitung: deutsch
Material: sprachneutral

[Download: Anleitung]
dt., engl., frz., holl.: https://boardgamegeek.com/boardgame/209166/meduris-der-ruf-der-gotter/files
dt., engl., frz., holl.: https://www.haba.de/de_DE/spielzeug/meduris-der-ruf-der-goetter/p/302380 (s. Info-Kasten rechts unten)


[Fazit]
Ein abendfüllendes Spiel von HABA ist eher selten und um so spannender ist somit die Umsetzung. Gleich vorweg: abendfüllend, weil man es bestimmt mindestens zweimal spielen will und da sind dann schon mal 3 Stunden herum. Auch die Altersgrenze zeigt auf, dass die HABA-Gesellschaftsspiele allmählich auch die erwachsenere Schiene – im Sinne von größeren Spielkindern^^ – ansprechen, was durchaus genehm ist und das Portfolio der Velages gut erweitert.
Das heisst nicht, dass „Meduris“ besonders komplex oder kompliziert ist, aber es ist doch im gewissen Sinne fordernd und benötigt etwas taktische Geduld, bis es sich richtig entfaltet.

Im Spiel gilt es durch Platzierung der eigenen Arbeiter an durchgehend ausreichend Rohstoffe zu gelangen und diese klug zu verwalten. Zugleich muss auch die Expansion vorangetrieben werden, um später bei den punkteträchtigen Wertungen auf jeden Fall dabei zu sein.

Anfänglich liest sich die Anleitung, als wenn es um eine catanische Variante ginge, doch dem ist mitnichten so. Es wird um Rohstoffe gewürfelt, es gibt „Holz“, „Wolle“, „Stein“ und „Kupfer“ und man muss sich per Siedlungsbau ausbreiten, aber schnell wird mit den nächsten Seiten der sehr gut aufgebauten Anleitung klar, dass es dann doch in eine ganz eigenständige Richtung geht.

Reihum wird um die Erträge gewürfelt und als Aktionen stehen den Spielern optional die Möglichkeiten zur Verfügung sich für künftige Erträge besser zu platzieren bzw. eine Hütte oder einen Tempel zu bauen. Die Hütten werden an beliebiger Stelle um den Berg herum platziert. Später allerdings sollte vorausschauend geplant werden, an welche Hütten sich angeschlossen wird, um größere Siedlungen zu bauen, welche dann auch wesentlich mehr Punkte bei einer Wertung durch den wandernden Druiden erfahren. Die Wertung wird aber auch nur dann gut ausgehen, wenn genügend Rohstoffe als Opfergaben bereitliegen (für jede Hütte erfolgt in einer Siedlung eine eigene Wertung und geopfert werden muss, was bei dieser vorgegeben ist (dies entspricht auch der Art der vorherigen Baukosten)). Ein Zusammenschluss vieler Hütten sorgt so schnell für große Sprünge auf der Punkteleiste, aber eine unfreiwillige Verweigerung der Opfergabe sorgt für Minuspunkte.
Hier kommt auch schon eine der neckischen Spielmechaniken zu tragen, denn um an viele Punkte zu kommen, muss man viel bauen, dies kostet aber auch viele Rohstoffe, welche dann für die Opfergaben fehlen, denn bei jedem Bau bewegt sich der Druide und so kommt es öfters zu vorschnellen Wertungen, die u.U. eher ungünstig verlaufen. Also gilt es gut aufzupassen und den richtigen (Wander-)Zeitpunkt abzupassen, bevor gebaut wird.
Dann muss noch auf die möglichen Platzierungen der Arbeiter geachtet werden, denn dies ändert sich höchstwahrscheinlich mit jedem Zug der Mitspieler und schon können geplante Einkünfte unerreichbar sein (pro Rohstoffgebiet dürfen nur 3 Arbeiter anwesend sein).

Je weiter das Spiel voranschreitet, desto kritischer wird die Planung, denn es gibt immer weniger Platz für den realisierbaren Bau einer eigenen Hütte (schliessen sich Hütten zu Siedlungen zusammen, was zwangsläufig passiert, wird der Bau einer Hütte an eine solche Siedlung mit der Anzahl der Hütten dieser Siedlung entsprechend teurer (nötige Rohstoffe mal Hüttenzahl)). Und damit sind die gesammelten Rohstoffe prinzipiell knapp, wenn dann noch der Druide zur Kasse bittet.
Anfänglich traut man dem Spiel diese taktische Planungstiefe gar nicht zu, weil es sich relativ einfach dahinspielen läßt, aber sobald ca. die Hälfte der Bauplätze okkupiert sind, beginnt die Phase des hektischen Grübelns^^. Dann wird das zunächst fröhliche Zusammenraffen von Rohstoffen dem verzweifelten Hinterherweinen derselben weichen und jeder Spieler knappst geizig vor sich hin. Wohl dem, der für einen ausgewogenen Vorrat sorgen konnte und seine Hütten gleichmäßig gut verteilt gebaut hat und nun zusehen kann, wie er Punkte kassiert, wenn der Druide seine Runden zieht und die Mitspieler fleissig diesem hinterher- oder vorweg bauen^^.

Oberflächlich gesehen zieht sich das Spiel die ersten 45min. belanglos dahin, um dann ziemlich stressig zu werden. Wer aber das Spiel beobachtet und (spätestens nach der ersten Partie) die Vorgänge verinnerlicht hat, wird schon von Beginn an kurzweilig zu tun haben, um später die Lorbeeren zu ernten.

Ein tolles Spiel für die Familie mit aufgeweckten Spielkindern von 8-80 :).

[Note]
5 von 6 Punkten.


[Links]
BGG: https://boardgamegeek.com/boardgame/209166/meduris-der-ruf-der-gotter
HP: https://www.haba.de/de_DE/spielzeug/meduris-der-ruf-der-goetter/p/302380
Ausgepackt: http://www.heimspiele.info/HP/?p=21704

[Galerie]
http://www.heimspiele.info/HP/?p=21886
5 von 5

18.11.2016

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