Labyrinth - The War on Terror, 2001 - ?

ArtikelNr.: 102-0003

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2001: Das ”Amerikanische Jahrhundert“ wurde mit dem Überleben von nur einer Supermacht beendet und schon voreilig als ”Das Ende der Geschichte“ bezeichnet. Dies war ein Irrtum.

Im mittleren Osten und Südasien begannen islamische Revanchisten ihr Treiben. Insbesondere ehemalige ”Verbündete“ gegen die Sowjetunion begannen sich gegen den Westen zu richten. Osama bin Laden, ein wohlhabender Saudi-Araber, erklärte 1996 einen heiligen Krieg gegen die USA. Spektakuläre anti-amerikanische Terrorakte waren Ziele 1998 in Ostafrika und 2000 auf der arabischen Halbinsel.

Bin Ladins Al-Kaida Organisation entwickelte sich unter dem Schutz der Taliban, einer fundamentalistischen Bewegung in Afghanistan, die aus der sowjetischen Besatzungszeit in den 1980er Jahren entstammt. Im Jahr 2001 wurde noch weiter ausgeholt, Ziel diesmal das amerikanische Festland. Bin Laden erhoffte sich von dem Attentat auf das WTC eine weltweite muslimische Revolution. Ergebnis war die Verschärfung diverse Sicherheitsstandards (z.B. im Flugverkehr).

Labyrinth gibt einem oder zwei Spielern die Möglichkeit, tiefe Einblicke in den ”Islamisch-heiligen Krieg“ und den globalen ”Krieg gegen den Terror“ zu bekommen. Mit einer Vielfalt von Optionen, eingängigem Spielsystem und nahezu unerschöpflichen Kombinationsmöglichkeiten bietet Labyrinth gegenüber dem populären Twilight Struggle weitere Möglichkeiten. Insbesondere werden hier Anti-Terror und Terrorismus-Taktiken, Ideologische Kriegsführung, Guerilla - Kriegsführung, Regimewechsel, Demokratisierungen und vieles mehr gezeigt.

In einem 2-Personen Spiel übernimmt ein Spieler die Rolle des Jihadisten (also dem ”heiligen Krieger“), um mit Hilfe islamischer Geldgeber den Fundalismus weltweit zu verbreiten. Der andere Spieler stellt die USA dar, die den Terror bekämpfen muss und den Muslimen demokratische Reformen beibringen möchte. Als Solitärspieler muss man als Amerikaner die Al-Kaida und ihre Verbündeten besiegen.

Der Jihadist muss verdeckt operieren, um seine Anschläge vorzubereiten und auszuführen. Werden die Schiiten zu Unterstützern oder Gegnern? Wird die steige Verbreitung des Islams den endgültigen Sieg bringen - oder ein entscheidender Schlag mit Massenvernichtungswaffen gegen die USA Erfolg haben?

Den USA steht die volle Stärke ihres Militärs und ihrer Diplomatie zur Verfügung - aber sie kann nicht überall präsent sein. Wird der technologische und materielle Vorteil ausreichen? US Streitkräfte können islamistische Regime angreifen und stürzen, aber wie reagiert die muslimische Welt darauf? Und wie kann man sich dann aus der Affaire ohne Schaden ziehen?

Labyrinth bietet verschiedene operative Möglichkeiten für beide Seiten dieses asymmetrischen Konfliktes. Die Ereigniskarten ermöglichen vielfältige politische, religiöse, militärische und ökonomische Optionen, die den Spielverlauf entscheidend beeinflussen können. Der Westen führt quasi einen Krieg zwischen ”Bomben und Ideen“, der entsprechend koordiniert werden muss, aber der Jihadist hat viele Waffen, um den Westen zu stören.



Spielmaterial:

    156 Spielsteine
    120 Spielkarten
    15 hellbraune Holzwürfel
    15 schwarze Holzzylinder
    4 Würfel
    2 Spielerhilfsblätter
    1 Spielanleitung
    1 Spielplan
    1 Szenarioheft
Merkmal:

3 von 5 Sternen

Charakteristik

Glück
1 / 5
Strategie
5 / 5
Gestaltung
2 / 5
Suchtfaktor
1 / 5
Stark thematisch
Dieses Kriegsspiel thematisiert den Kampf der USA gegen islamistischen Terror weltweit. Entsprechend starker Tobak ist auch inhaltlich von dem Spiel zu erwarten. Gleich zu Beginn der Rezension möchte ich daher betonen, dass dieses Spiel nichts für schwache Nerven ist. Sowohl im Regelwerk als auch auf den Spielkarten werden die tatsächlich genutzt Begriffe verwendet, sehr explizit geht es darum Anschläge zu planen und auszuführen, bzw. Terrorzellen aufzuspüren und diese zu beseitigen. Der Autor hat versucht das Spiel möglichst realistisch zu entwickeln und hat daher nicht versucht Sachverhalten zu beschönigen oder abzuspecken, dies sollte einem bewusst sein.
Zum Spielerischen: Dieses Spiel ist ein sog. Card-Driven-Wargame. Dies bedeutet, dass die Aktionen eines Spieler über das Ausspielen von Ereigniskarten passieren. Diesen Karten ist ein gewisser Punktewert zugeschrieben, mit dem die Spieler ihre spezifischen Standardaktionen ausführen können. Spezifisch, da beide Spieler in diesem asymmetrischen Zwei-Personenspiel sehr unterschiedliche Aktionen ausführen können. Weiterhin kann man auch jede Karte für ihr Ereignis ausspielen, welche oft stärkere Grundaktionen darstellen oder auch ansonsten nicht zugängliche Zugmöglichkeiten ergeben. Hierbei ist nun das interessante, dass die Ereignisse teilweise mit einer Seite assoziiert sind und sollte die andere Seite diese Karte von dem gemeinsamen Nachzugstapel ziehen, muss sie sie trotzdem ausspielen (zu ihrem Nachteil).
Dieses Konzept wurde vom Kalten Krieg-Spiel Twilight Struggle zwar nicht zuerst genutzt, dort jedoch mMn bis heute perfektioniert. Labyrinth versucht nun die selben interessanten Spielentscheidungen (spiele ich diese Karte für die Punkte oder das Ereignis, wann spiele ich sie?) in ein neues Setting zu übertragen. Das bekommt es auch hin, jedoch zu dem Preis, das Spiel deutlich zu verkomplizieren. Dieses Spiel ist sehr anspruchsvoll, jeder Spieler hat eine zweiseitige Übersicht, um überhaupt alle Aktionsmöglichkeiten einigermaßen im Überblick behalten zu können. Durch die Komplexität steigt auch die Spielzeit: Ich würde selbst auch keine (empfohlene) volle Partie spielen wollen (dreimaliges Durchspielen des Kartendecks), da mir die zusätzliche Spiellänge keinerlei zusätzlichen Spielspaß geben würde. Ich bin ürinzipiell ein Fan der Idee von Card-Driven-Wargames, würde aber – wohl auch aufgrund des Themas –, immer eher zu Twilight Struggle tendieren, wenn ich mich für eines entscheiden könnte. Wen die zusätzliche Komplexität nicht abschreckt und wer sich für das Thema Terrorismus stärker interessiert, kann auf jeden Fall auch zu Labyrinth greifen. Mich hat das Spiel jedoch nicht wirklich überzeugen können.
3 von 5

01.06.2020

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