Gugong (multilingual)

ArtikelNr.: 198-0001

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Achtung: Für Kinder unter 36 Monaten nicht geeignet. Erstickungsgefahr!
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China, 1570. Das Land wird von Kaiser Longqing der Ming-Dynastie regiert. Er versucht sein Möglichstes, die stetige Korruption aus dem Land zu vertreiben. Doch die Offiziellen innerhalb der Mauern der verbotenen Stadt (heutzutage Gugong genannt) haben einen Weg gefunden Bestechungen zu erhalten, ohne dabei bemerkt zu werden: Der Austausch von Geschenken. Du übernimmst die Rolle einer mächtigen chinesischen Familie, die versucht, durch Bestechungen und raffiniertes Vorgehen größeren Einfluss zu erlangen. Reise durch China, um Steuern einzusammeln, hilf beim Bau der Chinesischen Mauer, sammle kostbare Jade, profitiere von besonderen Erlassen, segle entlang des Kaiserkanals, schade deinen Gegnern durch Intrigen und versuche letztendlich eine Audienz beim Kaiser Longqing selbst zu erhalten. Hast du das Zeug dazu, deine Rivalen auszutricksen? Finde es heraus... in Gugong.



Spielmaterial:

    60 Diener
    38 Geschenkkarten
    32 Reiseplättchen
    20 Jade
    15 Dekretplättchen
    15 große Kanalschiffe
    11 Solokarten
    6 Bonus-Reiseplättchen
    5 Boten
    5 doppelte Diener
    5 Intrigemarker
    5 Reisende
    5 Siegpunktscheiben
    5 Spielertableaus
    3 Schicksalswürfel
    1 Medaille Nächster Startspieler
    1 Rundenmarker
    1 Spielanleitung
    1 Startspielermarker
Merkmal:

4.5 von 5 Sternen

Charakteristik

Glück
1 / 5
Strategie
4 / 5
Gestaltung
3 / 5
Suchtfaktor
3 / 5
Kartentausch statt Workerplacement
In Gugong tauschen die Spieler mit den chinesischen Hofbeamten Geschenke aus, um so ihre Diener an wichtigen Orten einsetzen zu können und ihren Einfluss zu mehren.

Das Spiel verläuft über 4 Runden.
Zu Beginn jeder Runde wird der Plan aktualisiert bzw. wiederaufgefüllt, die Spieler erhalten Vorteile für ihre Dekrete und neue Diener.
In der Aktionsphase setzen sie nun ihre Diener auf dem Spielplan ein. Dies funktioniert über Geschenke in Form von Handkarten, die sie mit den ausliegenden Geschenkkarten der Hofbeamten austauschen. Ist das Spieler-eigene Geschenk wertvoller als jenes des Beamten, wo sie eine Aktion ausführen möchten, tauschen sie die Karten (die Handkarte kommt auf den Platz des Beamten, die neu genommene Karte kommt auf den eigenen Ablagestapel). Ist sie hingegen gleich hoch oder niedriger, muss entweder eine weitere Geschenkkarte von der Hand auf den eigenen Ablagestapel gelegt oder 2 Diener müssen abgegeben werden. Kann oder will man dies beides nicht tun, so wird nur die Karte getauscht, ohne dass eine Aktion ausgeführt wird.
Die Karten selber weisen teilweise ein Symbol auf (passend zu den Orten), sodass bis zu 2 Aktionen ausgeführt werden dürfen (zeigt die Karte z.B. das Symbol Schiff und man legt sie bei Intrige an, so darf man zuerst eine Schiffsaktion und anschließend eine Intrigenaktion ausführen).
Die verschiedenen Orte sind: Reisen (hier erhält man z.B. weitere Diener, Siegpunkte etc.; das Reiseplättchen nimmt man auf und kann es gegen andere Dinge tauschen); Chinesische Mauer (wurde ein Abschnitt gebaut, erhält derjenige mit der Dienermehrheit Punkte und es dürfen Intrigenvorteile genutzt werden); Jade (hier werden Diener gegen Jade getauscht, die bei Spielende Siegpunkte einbringt); Intrige (der erste, der dies wählt, wird neuer Startspieler; grundsätzlich kommt man auf der Intrigenleiste voran, wodurch man bei Gleichständen bevorzugt wird); Palast (man muss bis zum Kaiser gelangen, um überhaupt an der Endwertung teilnehmen zu können); Dekrete (hier locken Siegpunkte und Zusatzaktionen bzw. verbesserte Aktionen); Kaiserkanal (mit seinen Schiffen – beladen mit Dienern – erhält man in den zu erreichenden Häfen Vorteile).
In der abschließenden Nachtphase einer jeden Runde können die Spieler zusätzliche Diener erhalten und alle Schiffe bewegen sich einen Hafen weiter.

Am Spielende findet noch eine Mauerwertung statt, Dekrete der Stufe 3 bringen Sonder-Siegpunkte, für die Reihenfolge der Erreichung des Kaisers gibt es abgestufte Punkte und Jadesteine bringen eine steigende Anzahl an Punkten.

->Fazit: Das Spielprinzip ist einfach, alles funktioniert durch den einfach gestalteten Kartentausch, nur eben mit unterschiedlichen Aktionsorten. Gleichzeitig bietet es aber doch taktische Möglichkeiten, nicht nur in Bezug auf die verschiedenen Aktionen, sondern auch, ob man seinen Mitspielern mit dem Tausch einer Karte zuvorkommt.
4 von 5

01.06.2019
Eines der besten Kennerspiele 2018
In Gugong ist das Ziel, mit allen Mitteln, bevorzugt durch Bestechung und Intrige, eine Audienz beim Kaiser zu erhalten und nebenbei natürlich die meisten Punkte zu sammeln.
Hierbei ist der Motor der Tausch von Geschenkkarten. Beim Tausch müssen immer wertigere Karten (Geschenke) gegen minderwertige Karten getauscht werden. Man kann dies abfedern, wenn man sich verkalkuliert hat und gegen relativ hohe Strafen die Wertigkeit außer Kraft setzen.
Mit dem Tausch kann man 7 unterschiedliche Gebiete aktivieren. Es kann durch China gereist und auf dem Weg Boni gesammelt werden. Es kann die chinesische Mauer gebaut werden, was Punkte einbringt. Auf dem Markt kann Jade gekauft werden, die später auch in Punkte gewandelt wird. Es können Dekrete unterzeichnet werden, um dauerhafte Boni zu generieren. Es kann auf dem Fluss gefahren werden, ebenfalls um Boni freizuschalten. Auf der Intrigenleiste können Punkte gesammelt werden, die zur Beeinflussung von bestimmten Situationen genutzt werden können. Schlussendlich kann der Weg zum Kaiser zurückgelegt werden. Nur wer überhaupt am Palast ankommt, kann das Spiel gewinnen. Es hilft das beste Punktehamstern nichts, wenn man nicht beim Kaiser ankommt.
Gugong zeichnet sich durch ein perfektes Verzahnungssystem aus, eine tolle Mechanik des Worker Placement durch das Kartentauschen und nicht zuletzt durch schönes Material und eine stimmige Grafik, die zugleich alle Aktionen auf dem Spielfeld durch Piktogramme erklärt.
Gugong hat eine Hürde, die es zu überwinden gilt. Durch die gute Verzahnung ist ein Mehrspieler gegenüber dem Anfänger klar im Vorteil. Ist aber die Hürde genommen, wartet ein komplexes Optimierungsspiel, in dem man seine Ressourcen clever nutzen muss, um aus sehr wenigen Aktionen sehr viel herauszuholen.
Das Spiel ist grandios und eines der Highlights aus dem Jahr 2018.
5 von 5

21.02.2019
Atmosphärisches Strategiespiel im China des 16. Jhd.
Gugong versetzt uns (1-5 Spieler) nach China im 16. Jahrhundert. EIn neuer Kaiser sagt der Korruption der hohen Staatsbeamten den Kampf an. Dies führte dazu, dass Bittsteller und hohe Beamten ein System entwickelten, in welchem man sich gegenseitig Geschenke machte, um nicht den -Korruptionsgesetzen zu unterfallen. Es versteht sich von selbst, dass die Geschenke für die Beamten regelmäßig einen höheren Wert hatten, so dass eine Vorteilsgewährung sichergestellt war.

Diese historische Begebenheit macht Gugong zur Grundlage der eigenen Spielmechanik. Eine Partie verläuft über vier Runden zu je drei Phasen (Spielzeit je nach Spielerzahl ca. 90 bis 150 Minuten). In der Hauptphase jeder Runde tauschen die Spieler mit den Beamten in der kaiserlichen Stadt Geschenke aus. Die Geschenke werden durch Handkarten dargestellt. Jeder Beamte hat eine eigene Region (und Aktion) auf dem Spielplan, welche zu Spielbeginn mit einer Geschenkkarte versehen wird. Um eine Aktion durchführen zu können, muss der Spieler dem Beamten eine höherwertige Geschenkkarte anbieten als jene, welche gerade beim Beamten ausliegt. Alternativ kann der Spieler einen seiner (zunächst) vier Züge pro Runde durch abwerfen einer weiteren Geschenkkarte opfern, um eine niedrigere Karte auszuspielen. Schließlich besteht die Möglichkeit, eine niedrigere Karte durch Abgabe von zwei seiner Gehilfen (welche die einzige und stets knappe Währung) auszuspielen. Diese Möglichkeiten sind für das Balancing des Spiels auch beide zwingend notwendig, da sich die Karten mit hohen Werten anderenfalls bei den Beamten sammeln würden und die Spieler über kurz oder lang fast keine Aktionen mehr durchführen könnten.

Die ausgespielte Karte liegt für den nächsten Spieler beim Beamten. Die Karte des Beamten kommt auf den eigenen Ablagestapel und steht in der nächsten Runde als Handkarte zur Verfügung.

Auf den meisten Geschenkkarten sind zudem ebenfalls Aktionen abgebildet, welche beim Ausspielen ebenfalls ausgelöst werden können und dem Spiel weitere Tiefe verleihen.

Inwieweit die einzelnen Aktionen des Spiels, wie von einer vorhergehenden Rezension angedeutet, auch nur entfernt an Minispiele erinnern sollen, ist mir nicht verständlich. Das ergibt sich für mich weder aus der Spielgrafik noch aus der Spielmechanik. Es handelt sich um normale Aktionen wie Rücke auf Leiste vor, nehme ein Plättchen, oder platziere eine Figur etc.

Punkte kann man auf verschiedenen Wegen sammeln, unter anderem indem man Jadesteine sammelt, in Dekrete investiert oder am Ausbau der chinesischen Mauer mitwirkt.

Besonderes Augenmerk liegt auf der Aktion Fortschritt am Kaiserhof. Hat man mit Ende der Partie nicht auch das Ende der Kaiserhofleiste erreicht, ist man dem Kaiser nicht gegenübergetreten und kann die Partie definitiv nicht gewinnen.

Der Spielaufbau ist teilweise variabel und sorgt auf diese Weise für ein angenehmes Maß an Varianz und Langzeitmotivation. Durch die bei den Beamten ausliegenden (und wechselnden) Geschenkkarten ist gewährleistet, dass die Spieler ihre Strategien ans Spielgeschehen anpassen müssen.

Das Spielmaterial ist hochwertig und sieht sehr gut aus. Das Spielbrett ist farbenfroh, aber keineswegs unübersichtlich.

Der Regelumfang ist überschaubar und das Spiel schnell erlernt. Nach einer Partie ist man mit dem Spiel vertraut und muss die Anleitung nur noch bei Details bzw. den Dekretplättchen zu Rate ziehen. Die Komplexität des Spiels ergibt sich vielmehr aus dem Spielablauf.

Das Spiel hat Kennerspielniveau. Dies ist sicher auch die Zielgruppe. Unter Anleitung eines erfahrenen Spielers können sicher aber auch ambitioniertere Familienspieler mitspielen. Das hat in meiner Runde gut funktioniert.

Unterm Strich empfinde ich Gugong als ein absolut rundes Strategiespiel ohne nennenswerte Schwächen. Sehr zu empfehlen.
5 von 5

27.11.2018
Kartentauschen und weitere ineinandergreifende Mechanismen
Gugong kommt zunächst mit einem unruhigen Spielbrett daher und einer Fülle von Symbolen, die zunächst verwirren können. Jede Aktion für sich genommen wirkt erst einmal wie ein kleines Minispiel, was ich auch im Nachhinein noch eher als ein kleines Minus betrachten würde. Jedoch merkt im Verlauf der ersten Spielrunde bereits, dass die einzelnen Aktionen sehr schön ineinandergreifen. Es gibt sogar ein Aktionsfeld, das in seiner Gänze erst im Zusammenhang mit einem weiteren zur Geltung kommt.
Ich finde den Austauschmechanismus in diesem Spiel sehr interessant. Hier bieten sich einem schöne Möglichkeiten, wenn man zum einen möglichst effektiv, also mit geringer Differenz tauschen möchte. Zum anderen einige Aktionen aber auch unbedingt noch durchführen möchte und damit sogar noch die Möglichkeit bekommt, einem Gegner die Aktion zu verwehren, wenn das ausgetauschte Geschenk für ihn dann zu teuer ist. Dieser Teil hat mir also tatsächlich Spaß gemacht. Trotzdem habe ich auch an diesem für mich besten Part einen Kritikpunkt. Es ist schade, dass es insgesamt vier Möglichkeiten gibt, niedrigere Karten dennoch gegen höherwertige zu tauschen. Die 1 schlägt die 9, was gut ist, da so ein zirkulärer Kreislauf ermöglicht wird. Ich finde es gut, dass man alle Karten ausspielen muss, also auch die Möglichkeit eine höherwertige Karte zu bekommen, wenn man dabei auf die Aktion verzichtet. Dann gibt es jedoch noch zwei weitere Möglichkeiten eine höherwertige Karte zu bekommen und die jeweiligen Aktionen trotzdem durchzuführen. Dies kann nämlich durch Abgabe zweier Ressourcen oder dem Abwerfen einer weiteren Karte geschehen. Mit einer dieser zusätzlichen (tendenziell der zweiten) Möglichkeit kann ich mich noch anfreunden, die zweite ist jedoch definitiv zu viel für mich, sie weicht das Spiel auf. Schlechtes Vorausplanen wird mir dadurch nicht ausreichend bestraft, was das Spiel jedoch auch familienfreundlicher macht.
Über den Rest des Spiels gibt es nicht mehr viel zu sagen. Viele kleine Aktionen können dazu genutzt werden letztendlich Punkte zu generieren. Die Kaiserleiste mit zusätzlicher Siegvoraussetzung ist eine nette (nicht neue) Idee, fühlt sich jedoch überflüssig an, nicht spannend an. Das Material ist ok, das Artwork spricht mich persönlich nicht an. Das Spiel ist sehr abstrakt.
Fazit: Durchaus interessanter Kartentauschmechanismus, gut konzipiertes Spiel. Sticht für mich jedoch in keinem Punkt heraus und kann mich nicht von anderen, ähnlichen Spielen weglocken.
3 von 5

29.10.2018

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