Grab dich frei

ArtikelNr.: 259-0001

Für Kinder unter 6 Jahren nicht erlaubt
Achtung: Für Kinder unter 36 Monaten nicht geeignet. Erstickungsgefahr!
32,99 €
Stk
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(1 - 3 Werktage)

Die Spieler sind zu lebenslanger Haft verurteilte Gefängnisinsassen, die versuchen sich einen Tunnel aus ihrer Zelle zu graben. Die Werkzeuge können selbst hergestellt werden, mit Zigaretten gekauft oder von anderen Spielern erpresst werden. Nur mit der richtigen Strategie, dem geschickten Einsatz von Ereignissen und Gangfähigkeiten gräbt sich als erster in die Freiheit.



Spielmaterial:

    180 Karten
    55 Zigarettenmarker
    14 Knacki-Aufsteller
    6 Knacki-Tableaus
    6 Prügel-Marker
    1 doppelseitiger Spielplan
    1 Spielanleitung
    1 Würfel
Merkmal:

5 von 5 Sternen

Charakteristik

Glück
4 / 5
Strategie
3 / 5
Gestaltung
5 / 5
Suchtfaktor
5 / 5
Bitterböses Rennen um die Freiheit
In „Grab dich frei“ übernehmen die Spieler Gefängnisinsassen, die nicht gewillt sind, ihre Zeit im Knast abzusitzen. Stattdessen wollen sie schnellstmöglich ihren Weg in die Freiheit graben. Hierbei sind sie aber nicht bereit zur Zusammenarbeit, sondern wetteifern, wer als erster das Gefängnis verlassen kann, während die anderen in die Röhre schauen.
Wie es sich für ein Knast-Spiel gehört, geht es nicht nett zu. Es gibt Dresche, es wird bestochen, es wird manipuliert. Unfair spielen ist Teil des Deals, um den Knast zu verlassen und so ist Grab dich frei absolut kein Spiel für ethisch überkorrekte Menschen.

Ein Spielzug beginnt dann mit Würfeln. Für jedes Würfelergebnis stehen zwei Räume zur Auswahl, in die der Spieler ziehen kann.
Im Raum angekommen, hat der Spieler noch eine Option übrig. Entweder kann er als Standardoption den Ort durchsuchen, wodurch man neue Handkarten erhält. Wie viele zu ziehen sind ist ortsabhängig.
Alternativ kann man auch eine Karte spielen. Hieraus ergeben sich unterschiedliche Aktionen.
1. Erpressung fordert einen Gegner auf, ein bestimmtes Werkzeug einzufordern. Dem erpressten Spieler steht nun frei, einfach freiwillig das geforderte Gut auszuhändigen oder sich auf einen Kampf einzulassen. Sofern es zum Kampf kommt, spielen die Spieler abwechselnd Waffenkarten aus ihrer Hand aus, bis ein Spieler passt. Der Verlierer bekommt Prügel, der Sieger erhält die geforderte Karte oder alternativ eine zufällig gezogene.
2. Herstellen lässt den Spieler Werkzeuge oder Waffen erzeugen. Erstgenannte sind für die Flucht nötig, letztgenannte für die Kämpfe.
Zu den Kartenaktionen gesellen sich nun ortsgebundene Aktionen, denn nicht jede Aktion kann überall vollzogen werden. Auch das vorher genannte Herstellen ist nicht überall möglich.
1. Löffel können in der Cafeteria gestohlen werden. Sie dienen als schwache Werkzeuge und können zur Flucht genutzt werden.
2. In der Krankenstation kann man sich nach Prügeleien zusammenflicken lassen. Denn wer zu lädiert ist, kann einige Aktionen nicht mehr durchführen.
3. Im Aufenthaltsraum kann man handeln. Hierbei verkauft man Handkarten oder kauft Werkzeuge und Waffen für bestimmte Preise, wobei die Währung thematisch gelungen in Zigaretten gerechnet wird.
4. Im Zellenblock wird gegraben. Hierfür werden Werkzeuge abgegeben, um Tunnelpunkte zu erzielen. Wer hier die spieleranzahlspezifische Menge erreicht hat, gewinnt das Spiel.
Zur Stärkung der eigenen Position kann man Gangs beitreten, die Sonderfähigkeiten ermöglichen. Diese muss man durch das Abgeben von Accessoire-Karten milde stimmen. Es ist jederzeit möglich, sich einer anderen Gang anzuschließen, allerdings geht immer nur eine Gang. Mit Repressalien der verlassenen Gang muss man indes nicht rechnen (schade, das würde zusätzliches Konfliktpotential bieten).

Grab dich frei ist bitterböse. Das Thema ist klasse umgesetzt. Die ständige Angst vor den Mithäftlingen ist am Tisch wirklich präsent. Die Furcht, dass man seine sauer hergestellten Werkzeuge abgepresst bekommt, ist allgegenwärtig. Prügel bekommen ist auch im Spiel sehr schmerzhaft, denn wer verdroschen wurde, hat nicht nur wichtige Güter verloren, sondern verliert Zeit auf der Krankenstation, in der die anderen Spieler vielleicht schon den halben Tunnel ausgehoben haben.
Das Spiel lebt von ständigen Konflikten. Wer vermeintlich im Vorteil ist, wird von den anderen Spielern klein gemacht, wer schutzlos ist und keine Waffen mehr hat, wird rücksichtslos ausgenommen.
In diesem Spiel ist es absolut legitim, rücksichtslos zu sein, Zweckbündnisse zu schließen und mit allen Mitteln ans Ziel zu kommen. Durch das Thema macht es besonderen Spaß, sich gegenseitig zu hintergehen.
Bei uns ist das Spiel klasse angekommen. Sich an den Karren fahren ist hier besonders schön, man kann seine ganze Gehässigkeit legitim ausspielen und so wird es in einer zweiten Partie sicher Rachepläne geben, die in so einem Spiel aber ihre klare Berechtigung haben.
5 von 5

13.04.2021
Ein tolles Spiel um die Mitspieler zu ärgern
Herzlich willkommen im Knast! Jeder Spieler spielt einen Knacki, der aus dem Gefängnis ausbrechen möchte. Dies geht nur über Fluchttunnel, die man selber graben muss. Je nach Anzahl der Spieler ist eine unterschiedliche Tunnellänge erforderlich. Fliehen und damit gewinnen kann letztendlich nur einer - alle anderen erhalten einen lebenslänglichen Aufenthalt.

Auf dem Spielplan gibt es unterschiedliche Räume (Zelle, Dusche, Innenhof, etc.) in den verschiedene Aktionen möglich sind. Um einen Fluchttunnel graben zu können, benötigt man Werkzeuge wie Löffel, Spitzhacken oder Schaufeln. Diese können aus verschiedenen kleineren Gegenständen (Seil, Klebeband, Eimer, etc.) gebaut werden. Diese Gegenstandskarten müssen gesucht werden (je nach Raum darf man unterschiedlich viele dieser Karten ziehen). Zudem gibt es Räume, die weitere Aktionen ermöglichen. Im Innenhof kann man z.B. mit Zigaretten handeln, während man nur in den Zellen auch in Ruhe seinen Tunnel graben kann.

Bin ich am Zug, habe ich gerade einmal zwei Aktionen zur Verfügung. Das kann eine zufällige Bewegung (mittels Würfelwurf) oder auch eine Raumaktion sein. Will man sich ganz sicher bewegen, braucht man nicht würfeln, verbraucht aber für eine Bewegung bereits seine beiden Aktionen.

So bewegen sich die Spieler durch die Räume des Gefängnisses, um alles Wichtige für ihre Flucht zu finden. Nebenbei kann man noch diversen Gangs beitreten, was einem zusätzliche Vorteile bei einigen Aktionen bietet.

Richtig spannend wird es aber erst, wenn sich zwei Gefangene in einem Raum begegnen. Denn dann kann man mit Hilfe von Waffenkarten seine Mitspieler einschüchtern und erpressen, um gerade frisch gebaute Fluchtwerkzeuge zu ergaunern. Zusätzlich kassiert der Verlierer auch immer noch eine Tracht Prügel, was seine nächsten Aktionen weiter einschränkt.
Neben diesen offenen Konfrontationen gibt es auch noch mit Aktionskarten genug Möglichkeiten, seinen Mitspielern das Leben schwer zu machen und ggf. die eigene Flucht schneller voran zu bringen.

Grab dich frei ist auf jeden Fall ein sehr glückslastiges Spiel, was alleine in dem Bewegungswürfel und dem Ziehen von Karten begründet liegt. Die grafische Gestaltung ist super toll zum Thema umgesetzt und führt immer wieder zu einem Schmunzeln bei den Spielern.
Das Spiel macht super viel Spaß, wobei man auch sagen muss, dass es mit 4 oder mehr Spielern am besten ist. Es gibt zwar eine Sonderregel für 2 Spieler, aber die hat mich nicht ganz so überzeugt.

Von den Spielregeln und der Spieldauer her ist Grab dich frei nicht all zu schwer oder lang. Es macht also wirklich nichts, wenn man in einem Spiel mal wirklich nur Pech hat, weil eine nächste Runde schnell kommen kann.

Mir gefällt Grab dich frei sehr gut, weil es ein sehr spannendes und unterhaltsames Spiel ist, was eben nicht genau bis ins letzte Detail geplant und vorhergesehen werden kann. Spieler, die einen hohen Glücksanteil nicht mögen, werden mit diesem Spiel aber wahrscheinlich nicht glücklich werden.
5 von 5

08.04.2021

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