Die Rote Kathedrale

ArtikelNr.: 03-0419

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Ein Prunkbau für Moskau muss her! Zar Iwan IV., genannt der Schreckliche, lässt im 16. Jahrhundert die rote Basilius-Kathedrale errichten. Als Bauleute und Handwerker folgt ihr seinem Wunsch und plant und baut, was das Zeug hält. Doch wer von euch trägt am meisten zu den Türmen der Kathedrale bei und bringt die schönsten Verzierungen an?

Beschafft euch auf dem Markt das beste Baumaterial, nutzt geschickt eure Verbindungen zu den Gilden und zum Klerus und vergrößert so euer Ansehen. Wer wird bei der Fertigstellung der roten Kathedrale den meisten Ruhm des Zaren erlangen?

Spielmaterial:

    95 Ressourcen
    66 Karten
    40 Münzen
    28 Werkstattplättchen
    24 Banner
    16 Verzierungen
    8 Ressourcenplättchen
    5 Würfel
    4 Punktesteine
    4 Werkstatt-Tableaus
    1 Spielanleitung
    1 Spielplan
Merkmal:

4.5 von 5 Sternen

Charakteristik

Glück
2 / 5
Strategie
3 / 5
Gestaltung
4 / 5
Suchtfaktor
3 / 5
Schön verzahnte Spielelemente
Die Rote Kathedrale ist ein Ressourcensammelspiel, das insbesondere Opportunisten belohnt. Das zentrale Brett besteht aus acht in einem Kreis angeordneten Ressourcenfeldern auf die mit kommunal genutzten Spielmarkern zugegriffen wird. Diese Spielsteine sind Würfel, die je nach obenliegender Augenzahl eine bestimmte Anzahl an Feldern im Uhrzeigersinn bewegt werden. Nach jeder Bewegung werden sie neu gewürfelt und eröffnen dann wieder eine neue Möglichkeit, auf welchem Feld sie als nächstes landen könnten. Die gesammelten Ressourcen müssen auf einer Leiste mit begrenzter Größe eingelagert werden, von wo aus sie als Baumaterialien für den Bau der namensgebenden Kathedrale genutzt werden können. Da das Lager begrenzt ist, können nicht beliebig viele Ressourcen gehortet werden, sondern sie müssen immer wieder ausgegeben werden, um Platz für neues zu schaffen. Hierbei entsteht ein kleines Dilemma. Durch die Beanspruchung von Bauabschnitten der Kathedrale können Plätze im eigenen Lager neu entstehen, gleichzeitig muss man sich dadurch aber auch auf eine bestimmte Kombination an Rohstoffen festlegen, die man liefern möchte. Dadurch schränkt man sich natürlich ein und zwingt sich gegebenenfalls auch dazu, Züge mit sehr hohem Ertrag abzulehnen, um einen geringeren, aber besser passenden Ertrag zu bekommen. Erfolgreich abgeschlossene Bauabschnitte bringen nicht nur direkte Einflusspunkte, sondern Steuern ebenfalls zu einer Mehrheitenwertung pro Kathedralenturm bei. Dadurch kommt ein weiteres, interessantes Element hinein, dass es beim Beanspruchen der Bauabschnitte zu berücksichtigen gibt.
Variable zusätzliche Nebenaktionen, die bei jedem Spiel neu ausgesucht werden und neben den Ressourcenfeldern auf dem Spielbret platziert werden, bringen etwas Variabilität in das Spiel hinein. Diese tragen zusätzlich dazu bei, dass die Suche nach dem bestmöglichen Zug, eben einem sehr opportunem Vorgehen, spannend wird.
Die Illustrationen sind in einem besonderen Stil gehalten, der mich an viele Spiele von GMT erinnert hat. Ich würde sie als eher einfach bezeichnen. Das Spielmaterial ist sehr gut.
Die Rote Kathedrale hat mir wirklich Spaß gemacht.
4 von 5

28.03.2022
Spaßiger Rondellmechanismus mit Würfeln in einem tollen Spielmix
Die rote Kathedrale lässt ein bis vier Spieler ab 12 Jahren in die Rolle von Architekten schlüpfen, die sich am Bau der Basilius Kathedrale versuchen. So müssen einzelne Abschnitte der Kathedrale, von den Türen, über die Mittelbauten, bis zu den Zwiebeltürmchen möglichst punkteträchtig fertig gestellt werden.

So weit so gut. Neben der schönen Thematik sind aber die wahren Stars des Spiels die toll inszenierten Spielmechaniken.
Und da bietet das Spiel in der kleinen, praktisch zu transportierenden, Schachtel so einiges:
Dice Movement, Tableau Building, ja quasi eine Art Engine Builder auf den Tableaus, eine Unterscheidung der Siegpunkte von Baupunkten und Ruhmespunkten mit anfänglich unterschiedlicher Gewichtung auf der Kramer-Leiste, Ressourcenmanagement und Ressourcenoptimierung, eine tricky Mehrheitenwertung am Schluss mit einer Art Area Control und so weiter.
Hinter der recht leicht zugänglichen und einsteigerfreundlichen roten Kathedrale steckt ein überzeugendes und präzises Game Design, wo überschüssiger Schnick-Schnack weggelassen wurde und sich auf die Essenzen der einzelnen Mechanismen konzentriert wurde.

Auch das Timing spielt in diesem Spiel eine wichtige Rolle:
Wann nutze ich welche meiner Aktionsmöglichkeiten, wann reserviere ich welchen Bauabschnitt, welchen Würfel bewege ich und würfle neu, etc.? Wann beende ich die Bauphase und leite damit das Spielende ein? Jeder Spieler hat dann nämlich nochmal einen Zug, egal wer Startspieler war.

Jeder Spieler hat in die rote Kathedrale insgesamt nur 3 Aktionsmöglichkeiten, von denen er sich eine pro Zug aussuchen kann.
Die erste Aktionsmöglichkeit:
Die Ressourcen des Marktes, die zum Bau der Kathedrale benötigt werden (zum Beispiel Holz, Ziegel, Stein, Gold, Edelsteine zum Verzieren), können, indem Würfel entsprechend ihrer Augenzahl in einem Rondell bewegt werden, ergattert werden. Dieser Dice Movement Mechanismus ist ein total cooles Element.
Der Clou: Liegen mehrere Würfel vor derselben Ressource, gibt es diese so oft wie die Anzahl der Würfel, die vor ihr liegen. Liegen drei Würfel vor zwei Steinen, können also sechs Steine auf das Tableau des Spielers wandern. Wenn Sie denn darauf passen.
Nachdem Ressourcen erhalten worden sind, werden alle Würfel, die auf diesem Feld liegen, neu gewürfelt. Zusätzlich kann noch der Einfluss von Gilden und Handelsleuten genutzt werden, um den Zug noch effizienter zu machen. Dadurch kann zum Beispiel zusätzlich eine Ressource zu einem reservierten Bauabschnitt geliefert werden.

Womit wir schon bei Aktionsmöglichkeit zwei wären.
Einen Bauabschnitt der Kathedrale zu reservieren. Nur an mit einem Banner der eigenen Spielfarbe reservierten Bauabschnitt darf der motivierte Architekt Ressourcen liefern, um den Bauabschnitt zu bauen. Auch hier können Synergien mit Würfeln auf dem Markt, Rubeln oder Baupunkten, gebildet werden.

Die dritte Aktionsmöglichkeit ermöglicht es bis zu drei Baumaterialien zu liefern. Und dabei gegebenenfalls einen oder mehrere reservierte Bauabschnitte (fertig) zu bauen und/oder zu verzieren. Vollendete Bauabschnitte können sowohl Baupunkte, als auch Rubel bringen, letztere werden vor allem anfangs im Spiel dringendst benötigt, um die Engine auf dem Tableau zum laufen zu bringen.
Wer als erster sechs Bausbschnitte fertig stellt gewinnt und leitet das Spielende ein.

Fazit:
In der roten Kathedrale bekommt man qualitativ hochwertiges und schön produziertes Material in Form von Spielertableaus, Ressourcen, Würfel, einer gut geschriebenen und bebilderten Anleitung, etc..
Das Spiel bietet viel Variation und skaliert wunderbar auf verschiedene Spieleranzahlen. Zum Beispiel werden mit steigender Spielerzahl andere, höhere Türme gebaut und zusätzliche Werkstattplättchen genutzt.
Auch an einen ansprechenden Solomodus wurde gedacht.
Die Partien verlaufen meistens recht knapp, wodurch es immer wieder spannend wird und es durchaus auf eine einzelne Aktion ankommen kann, wer am Schluss die Nase vorne hat.
Hier können Spieler, die gerne ihre Züge austüfteln und solche, die lieber etwas mehr aus dem Bauch heraus spielen, in unter einer Stunde gemeinsam auf absolutem Kennerniveau Spaß haben.

Für mich ist die rote Kathedrale ein Hit zum kleinen Preis und schließt eine Lücke im Regal: Ein Kennerspiel mit einer so kompakten Spielzeit und trotzdem so einem vielschichtigen Mechanikmix gibt es nicht oft.
5 von 5

20.01.2022
Gelungener Mix toller Mechaniken
Die Rote Kathedrale verbindet Area Control mit Dice Movement, zwei coole Mechaniken. Ziel ist, in unterschiedlichen Türmen die Mehrheit zu gewinnen, um Punkte am Spielende zu machen.

Ist man am Zug, wählt man aus drei Aktionen: Ressourcen erhalten, Bauen, einen Bauabschnitt beanspruchen:
Ressourcen erhalten ist die Dice Movement Mechanik:
Auf dem Tableau befinden sich Würfel unterschiedlicher Farben. Der aktive Spieler wählt einen Würfel und geht exakt die Menge an Feldern auf einem Rondell weiter, die den Augen entspricht. Es ist möglich, Münzen zu zahlen, um weitere Schritte machen zu dürfen. Auf dem Zielfeld erhält man die angegebene Ressource mal der Menge an Würfeln, die sich im Feld befinden. So kann man 1-3 Mal die Ressource(n) erhalten, mehr Würfel passen nicht in ein Feld.
Zudem kann man aus zwei Aktionen eine wählen. Diese erlauben es, Ressourcen zu tauschen, diese zu einem Bauabschnitt zu transportieren, Siegpunkte einzuheimsen etc.
Zum Bauen benötigt man zunächst einen Bauabschnitt. Hier wählt man aus einem Turm ein Feld aus. Man legt seine Flagge darauf, wodurch dieses Feld nur noch von diesem Spieler gebaut werden kann. Sollte ein Spieler einen Abschnitt fertig stellen, der höher im Turm liegt, erhält man Strafpunkte, wird man mit seinem Abschnitt fertig, erhält man Boni.
Da aber jedes Beanspruchen unterschiedliche Boni gewährt, macht es teilweise Sinn, die Gefahr einzugehen, dass ein anderer Spieler schneller ist.
Gebaut wird, wenn man sämtliche Ressourcen an Ort und Stelle gebracht hat, was einzig durch die passende Aktion auf dem Rondell möglich ist.
Das Spiel endet, wenn ein Spieler alle sechs beanspruchten Gebäude fertig gestellt hat. Nun wird geprüft, wie viele fertige Teile ein Turm umfasst. Je größer der Turm, desto mehr Punkte für denjenigen, der die Mehrheit hält. Die platzierten Spieler erhalten Teilpunkte.

Die Mechaniken der Roten Kathedrale sind sehr schön. Es gibt viele Möglichkeiten der Abwägung und des in die Parade Fahrens. Gerade das Rondell, das stetig andere Optionen attraktiv werden lässt, ist gelungen. Natürlich ist das alles irgendwo schon mal gewesen, aber Rote Kathedrale versteht es, die relativ wenigen Aktionsmöglichkeiten mit viel Inhalt zu versehen.
Trotzdem die Anleitung nicht gerade kurz ist, ist das Spiel nicht zu kompliziert. Hat man die Mechaniken durchschaut, lässt es sich schon in der ersten Partie zielorientiert und flüssig spielen, wodurch sofort Spielspaß aufkommt.
Uns hat das Spiel sehr gut gefallen, es wird öfter auf dem Tisch landen.
5 von 5

23.11.2021

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