Deep Regrets

Artikelnummer: 232-0043
Kategorie: ab 12 Jahren
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    Beschreibung

    Inspiriert von Geschichten wie Schatten über Innsmouth, Der Angler von John Langans, der Hellboy-Reihe und Videospielen, wie Dredge und Bloodborne (und vielleicht einer Prise Scooby Doo), spielt Deep Regrets in einer fiktiven Version des Europas im frühen 20. Jahrhundert.

    Du begibst dich in eine düstere Welt, in der einsame und gebrochene Seelen Tag für Tag aufs Meer fahren und grausame Monstrositäten aus den Tiefen der See fischen. In den Gewässern tummeln sich reichlich unappetitliche Varianten der klassischen britischen und europäischen Folklore. Denn das Gleichgewicht der Meere wurde gestört und so wurde die See zu einem gefährlichen Ort für die Männer und Frauen, die jeden nebelverhangenen Morgen mit ihren Booten rausfahren müssen.

    In deinem Zug kannst du mit deinem Boot aufs Meer hinausfahren, um versuchen Fische zu fangen oder am Hafen deine Beute verkaufen, um Trophäen zu sammeln und dein Boot aufzurüsten. Die gefangenen Fische bieten unterschiedliche Effekte und je weiter du aufs Meer hinaus fährst desto wertvoller wird deine Beute aber auch die Gefahr...



    Spielmaterial:

      250 Karten
      40 individuelle Würfel aus Holz
      18 bedruckte Holzmarker
      5 doppelseitige Spielbretter
      5 Pappmarker
      3 Spielpläne
      1 Metallmünze
      1 Spielanleitung
      1 Spielblock für den Solo-/Koopmodus
      1 Würfelbeutel

    Merkmale

    Alter: ab 12 Jahre
    Spieleranzahl: für 1 - 5 Spieler
    Autor: Judson Cowan
    Spieldauer: ca. 30 - 150 Minuten
    Gewicht: 1.400 g
    Produktgröße: 190 x 270 x 75 mm
    Kategorie: Kennerspiele
    Sprache: D
    Verlag: Board Game Circus

    Angaben zur Produktsicherheit

    Hersteller:

    Board Game Circus / Daniel Theuerkaufer
    Im Mattfeldele 8
    79189 Bad Krozingen
    Baden-Württemberg, Deutschland
    https://boardgamecircus.com

    Anleitung

    Spielanleitung

    Bewertungen

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    Einträge insgesamt: 2
    Witziges Spiel mit düsterem Humor

    In Deep Regrets versuchen wir als Fischer aus den Tiefen des Meeres einzigartige Kreaturen zu fischen, über die wir dann in unserer Ausstellung Punkte generieren können. Hierzu spielen wir eine Woche (in der verkürzten Version einen Tag weniger), in der wir jeden Tag entscheiden können, ob wir auf dem Meer bleiben und mit Hilfe unserer Würfel fischen gehen, oder ob wir in den Hafen zurückkehren um uns dort besser ausrüsten zu können. Das ganze klingt vom Thema und der Mechanik her nicht sonderlich neu und spannend.

    Aber dieser Ersteindruck täuscht. Denn Deep Regrets lebt von der Geschichte, die jeder Fischer hier in der Woche erlebt und ganz eindeutig von den vielen skurrilen Kreaturen, die hier im Meer auf die Spieler warten.

    Kommen wir als erstes zur Meeresauslage. Diese besteht aus 3 Kartenreihen, die die unterschiedliche Tiefe des Meeres darstellen. In jeder dieser Kartenreihen liegen 3 verdeckte Karten. Auf der Rückseite der Karten ist immer der Schatten eines Meeresbewohners zu erkennen, der uns zumindest schon einmal eine grobe Vorstellung von der Größe des Wesens gibt (klein, mittel, groß). Diese Idee ist schon einmal sehr gelungen, allerdings hätte die Umsetzung hier ein klein wenig besser werden können. Je tiefer das Meer ist, desto dunkler werden die Rückseiten der Karten, womit der Schatten des Bewohners noch schwerer zu erkennen ist. Das ist thematisch sicherlich richtig und toll umgesetzt, bei schlechteren Lichtverhältnissen sind die Karten dann aber fast schon gar nicht mehr zu erkennen.

    Die Aktionen der Spieler werden über (ebenfalls skurrile) Würfel gesteuert. Zu Beginn hat jeder Spieler 3 Würfel und die Holzfigur eines Fischerbootes. Auf dem Meer beginnt dieses Fischerboot natürlich immer im seichten Wasser. Möchte ich in tiefere Gewässer vordringen, kostet mich das einen Würfel - unabhängig von der Würfelzahl. Möchte ich in meinem Gewässer auf Fischfang gehen, decke ich eine der 3 Karten auf. Nun offenbarts ich mir ein Meeresbewohner, bei dem ich sofort sehen kann, wie viele Punkte er mir in der Endwertung gibt. Allerdings sehe ich auch einen Wert in einem Angelharken. Diese Punkte muss ich in Form meiner Würfel aufbringen, um den Fang an Bort zu ziehen. Erscheint mir der Aufwand zu hoch, kann ich auch auf den Fang verzichten und die Karte aufgedeckt auf ihren Stapel zurücklegen.

    Und damit sind wir bei dem Element, das Deep Regrets so unterhaltsam macht. Denn im Meer leben in diesem Spiel nicht nur normale Fischer, sondern auch allerhand verdorbene Kreaturen. Diese sind grafisch und textlich super ausgearbeitet und haben oft auch noch Nebeneffekte. Bei einigen reicht es schon sie aufzudecken, um die Effekte auszulösen. Andere müssen gefangen oder vielleicht sogar gegessen werden, um die Effekte auszulösen. Das alles ist mit wirklich schwarzem Humor ausgestattet, so dass der Fang auf dem Meer zu einem wirklichen Abenteuer wird.

    Fische essen? Warum soll ich meinen Fang, der mir am Spielende Punkte bringt aufessen? Diese Option bietet mir die Chance, meine benutzen Würfel zu reaktivieren um mehr Aktionen auf dem Meer ausführen zu können und nicht einen Tag damit zu verschwenden mich im Hafen auszurüsten.

    Ein weiterer, wirklich spaßiger Punkt sind die Reue-Karten die ich im Laufe des Spieles zwangsläufig ansammle, in dem ich z.B. skurrile Gestalten aus dem Meer fische. Die Reue-Karten gibt es in unterschiedlichen Härtegraden und alle erzählen unterhaltsame Geschichten, was mir auf See passiert ist. Sehr schön ist das Prinzip, dass sich die Anzahl meiner Reuekarten auf meine Aktionen im Hafen und auf die Endwertung auswirken.

    Wie oben genannt ist Deep Regrets ein sehr witziges Spiel, das mehr von seinem düsteren Humor als von seiner Spielmechanik lebt. Dennoch macht es super viel Spaß und verfehlt für mich die maximale Punktezahl eigentlich nur darum, weil ich das Gefühl habe, dass die Karten nicht ganz ausgeglichen sind. Sowohl bei der Ausrüstung, als auch bei den Meeresbewohnern gibt es für meinen Geschmack einige Karten, die ich bisher für zu stark empfinde. Aber da letztendlich auch der Fischfang von sehr viel Glück abhängt, hat dies dem Spielspaß bisher noch einen Abbruch getan.

    10.06.2025
    „Deep Regrets“ – Fazit

    Review-Fazit zu „Deep Regrets“, einem strategischen Horror-Fishing-Erlebnis.

    [Infos]
    für: 1-5 Spieler
    ab: 14 Jahren
    ca.-Spielzeit: 30-150min.
    Autor: Judson Cowan
    Illustration: Judson Cowan
    Verlag: Tettix Games
    Anleitung: englisch
    Material: englisch

    [Download: Anleitung/Übersichten]
    engl., poln., chin.: https://boardgamegeek.com/boardgame/397931/deep-regrets/files

    [Fazit]
    „DR“ ist ein Brettspiel, das sich wie ein düsterer Tauchgang in die Tiefen der menschlichen Psyche und des Ozeans anfühlt. Was auf den ersten Blick wie ein charmantes Angelspiel wirkt, entpuppt sich schnell als makaberer Trip voller grotesker Kreaturen, psychologischer Belastungen und skurriler Entscheidungen. Die Spielidee ist ebenso ungewöhnlich wie faszinierend. Man fischt nicht nur nach Meeresbewohnern, sondern auch nach den eigenen „Regrets“ – bedauerlichen Erinnerungen, die sich in Form von Karten manifestieren und das Spielgeschehen maßgeblich beeinflussen.

    Der Spielablauf erstreckt sich über eine Woche, aufgeteilt in sieben Runden, in denen die Spieler täglich entscheiden, ob sie in See stechen oder lieber im sicheren Hafen verweilen. Wer sich für das Meer entscheidet, begibt sich in drei Tiefenzonen und versucht dort, mit Würfeln und Ausrüstung möglichst wertvolle (oder zumindest interessante) Fänge zu machen. Jeder Fisch hat einen Schwierigkeitsgrad, der mit Würfeln überwunden werden muss. Je tiefer man fischt, desto bizarrer und gefährlicher werden die Kreaturen – von mutierten Meerjungfrauen bis zu Fischwesen mit menschlichen Gliedmaßen. Manche Karten lösen sofortige Effekte aus, andere entfalten ihre Wirkung erst beim Fang oder beim „Verzehr“ – man kann manche Fische essen, was wiederum spezielle Boni oder Strafen mit sich bringt.

    Im Hafen hingegen verkauft man seine Fänge gegen die Währung „Fishbucks“, rüstet sich in skurrilen Läden mit neuen Würfeln, Ruten oder einmaligen Gegenständen aus und kann besonders prächtige Fische als Trophäen auf seinem Spielertableau montieren – mit Multiplikatoren für die Endwertung. Doch das Spiel hat eine dunkle Seite. Mit jedem Fang steigt die Anzahl der „Regrets“-Karten, die den Wahnsinnsmarker auf dem eigenen Tableau vorantreiben. Mehr Wahnsinn bedeutet mehr Würfel und höhere Punktwerte für abscheuliche Fische, aber auch das Risiko am Ende des Spiels den wertvollsten Fang zu verlieren, wenn man die meisten „Regrets“ gesammelt hat.

    Das Spielmaterial ist ein echter Hingucker. Handgezeichnete Illustrationen, liebevoll koloriert, verleihen jeder Karte eine einzigartige Atmosphäre. Die Würfel sind aus Holz und in Form von Angelködern gestaltet, die Meeples sind kleine Boote und selbst die Verpackung erinnert an eine Zeitungsschachtel – man kennt es vom Markt, wenn Fische in Zeitungen gewickelt werden^^; ein charmantes Detail, das den skurrilen Ton des Spiels perfekt trifft.

    „DR“ ist kein klassisches Strategiespiel, sondern ein thematisch dichtes Erlebnis mit Push-your-luck-Mechanik, kuriosen Entscheidungen und einem Hauch Lovecraft’scher Beklemmung. Es spielt sich flott, ist leicht zugänglich und bietet dennoch genug Tiefe, um auch erfahrene Spieler zu unterhalten. Die Solo-Variante verwandelt das Spiel in eine entspannte Entdeckungsreise, bei der man versucht, alle Fischarten zu katalogisieren – fast wie ein wissenschaftliches Abenteuer mit einem Hauch Wahnsinn.

    Kurzum, wer Lust auf ein Brettspiel hat, das sich traut, anders zu sein – kreativ, makaber, humorvoll und wunderschön produziert – sollte „DR“ unbedingt anschauen.

    [Note lt. Kompetenz-Team]
    6 von 6 Punkten.

    [Links]
    BGG: https://boardgamegeek.com/boardgame/397931/deep-regrets
    HP: https://tettixgames.com/pages/deep-regrets
    Ausgepackt: n/a

    [Galerie: 31 Fotos]
    https://www.heimspiele.info/?p=39838

    09.07.2025
    Einträge insgesamt: 2

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